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Teller

Öl auf Karton
31,7 x 28,8 cm
2008 Berlin

 

Schwebe, gemalt

Das Bild erscheint nun zweigeteilt.
Im oberen, nur skizzenhaft ausgeführten Teil gibt das zarte warme Grau der Imprimitur den gemeinsamen Untergrund, dunkle, konturierende Pinselstriche bezeichnen die Gegenstände.
Differenzierte Grüntöne, deckend aufgetragen, heben den Dekor des Tellerrandes hervor, versinken aber selbst, dunkel und verhalten leuchtend, im hellen, transparenten Grund.
Das ausgesparte reine Weiß des Blattes lässt durch seine Helligkeit die Muschel vor die helle Imprimitur treten, als Aussparung aber verflüchtigt sie sich.
Die angedeutete Modellierung, farbidentisch mit der Imprimitur, wirkt deckend aufgetragen etwas dunkler und bindet so die Muschel farbräumlich ein.

Der untere Teil ist illusionistisch ausgeführt. Licht und modellierende Übergänge lassen das gerollte Blatt plastisch hervortreten, dunkle Schatten binden es an den homogen dunklen Grund.
Das gerollte Blatt ist zu klein, die große Fläche des Grundes zu beherrschen, der es veschluckt. Obwohl illusionistisch ausgeführt, steht der dunkle Grund als abstrakte Form
dem oberen hellen, skizzenhaft besetzten gegenüber.
Flüchtige Skizze und etablierte Illusion teilen sich das Bild. Unverträglich erwarten beide die gleiche Aufmerksamkeit, die sie nur im schwebenden Wechsel bekommen können.

(Katalog, Realisation, gemalt, überarbeitet)

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