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Teller

Bleistiftzeichnung
29,8 x 21 cm
2008 Berlin

Schwebe, gezeichnet

Das helle, nur durch zwei Bögen begrenzte Oval des Tellers teilt das angestrebte Format
in drei eigenständige Bereiche und Ebenen:
Der eingeschlossene Bereich tritt hell und motivisch begründet hervor.
Der obere Bereich, seitlich und nach oben hin nicht begrenzt,
bildet eine mittlere Bildebene.
Der untere Bereich weicht als dunkler Grund hinter diese Ebenen zurück.

Durch Kontur und Schraffur aber wird der untere Bereich zu einer festen Form,
die das nur durch zwei Bögen markierte Oval des Tellers als Negativform hinter sich lässt,
bis dieses durch Helligkeit und inhaltliche Bedeutung seine ursprüngliche Position wieder einnimmt.
Es entsteht ein optischer  Schwebezustand.

Diesem Schwebezustand entspricht eine inhaltliche Ambivalenz:
Dem mittleren Bereich verleihen Granatapfel und Muschel durch ihre Interaktion
mit dem Dekor des Tellerrandes etwas Erzählendes.
Kaum in Berührung mit den frei schwingenden Bögen des Tellerrandes
steht diese Erzählung aber im leeren Raum, verliert ihre Zuhörer.
Der untere Bereich gibt das Format an, den Gegenständen damit einen Ort
und der ganzen Zeichnung eine Position im Blatt.
Die vereinfachte abstrakte Form aber wirkt unverbindlich leicht.
Der obere Bereich ist durch das Eindringen des Granatapfels verletzt
und gleichzeitig ins Leben gerufen.

(Katalog, Realisation, gezeichnet)

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