Sie befinden sich hier:   Home  /  09 Mimesis  /  Mimesis, Analyse

Mimesis, Analyse

(S. 38-39 Tatort, Aquarell, Berlin 1991

  1. Vorzeichnung
    naturnah in Andeutungen
  2. Erster Farbauftrag
    hellster Grauton, eine komplementäre Brechung von Rot mit Grün,
    gliedert das Bild, isoliert die helle Tischplatte und bindet den Turm
    der Erdbeeren im Vordergrund an den umschließenden Hintergrund.
  3. Zweiter Farbauftrag,
    Blauviolett, transparent über dem hellen Grauton,
    modelliert die Erdbeeren, verschattet die Raumtiefe und kühlt den Farbklang.
  4. Dritter Farbauftrag,
    eine komplementäre Brechung von Rot mit Grün mit dominantem Rot, dunkel leuchtend.
    Eine dominante Setzung:
    Eingebunden in die Untermalung teilt sie, als freie Setzung, die Früchte in reif und unreif.
    Als geschlossener Pinselzug zeigt sie den bewegten Fluss der Farbe.
    Verdichtet im Ansatz, setzt sie einen dunklen Akzent über der oberen Tischecke.
    Verdichtet beim Abheben des Pinsels, leitet sie über in die stärkste Dunkelheit des 2. Farbauftrags.
    Eine dominante Setzung, aber nicht isoliert:
    Zunehmende Transparenz und Helligkeit in der Abwärtsbewegung mildern den Kontrast,
    Simultane Überflutung des unterlegten Graus vermittelt den Komplementärkontrast,
    Seine Helligkeit leitet über in das Weiß der Tischfläche.
  5. Im Minikontrast zum ausgeführten Aquarell verbleiben zwei konisch zulaufende
    Bleistiftstriche (Vorzeichnung)einzig unbehandelt.
    Sie reichen, um in der Vorstellung ein leichtes Glas entstehen zu lassen.
    Ein Miniereignis der Gestaltung.
    Als Überraschung evident, erfasst es bei anhaltender Prüfung das ganze Bild.
  2026  /  09 Mimesis  /