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Semiotisches Sehen ist immer gegenwärtig

Auch wenn wir uns intensiv auf ein Werk konzentrieren,
bleibt unsere Wahrnehmung offen für Kontext.

  1. Mimesis, die unmittelbare Erscheinung
    Konzentrieren wir uns auf ein Bild, sollte es keine Erklärung brauchen, um zu wirken,
    es sollte aus eigener Kraft da stehen.
    Es gibt einen angemessenen Abstand, der die Konzentration erleichtert,
    verlässt man diesen, wird Wahrnehmung semiotisch.
  2. Mimesis, die Wahrnehmung im Kontext, semiotisch
    Die Rahmung eines Bildes kann in Ausführung und Stil selbst Meisterwerk sein und,
    gewollt oder ungewollt, unterschiedliche Bedeutung verleihen.
    Eine Raumfolge wirkt nach, die gesehenen Bilder kann ich vergleichend mit mir tragen
    und  Vergleiche erwarten.
    Als Einrichtungsgegenstand läuft das Bild gefahr, vereinnahmt zu werden.

Semiotisches Sehen ist offen für zusätzliche, oft reizvolle Bedeutungen.
In thematisch gebundenen  Ausstellungen muss es die Tragfähigkeit des einzelnen
Bildes nicht aufheben, erlaubt aber dessen kritische Überprüfung.

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